Gaspreise: Entwicklung und Zusammensetzung

Erfahren Sie, wie sich der Gaspreis aktuell zusammensetzt, was eine kWh Gas beeinflusst und wie sich die Gaspreise entwickeln.

Frau mit Locken und orangenem T-Shirt hält Tablet

Was kostet eine kWh Gas aktuell?

Laut BDEW liegt der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte 2026 bisher bei rund 11 ct/kWh. Der konkrete Gaspreis pro kWh kann jedoch je nach Wohnort, Verbrauch und Tarif abweichen. Neben dem Arbeitspreis beeinflussen auch der Grundpreis sowie regional unterschiedliche Netzentgelte die tatsächlichen Gaskosten. Mit dem unserem Gasrechner können Sie Ihren persönlichen Gastarif direkt berechnen.

Wie setzt sich der Gaspreis 2026 zusammen?

Der Gaspreis besteht aus mehreren Bestandteilen: den Kosten für Beschaffung und Vertrieb, den Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und dem CO₂-Preis. Wie hoch die einzelnen Anteile ausfallen, kann sich von Jahr zu Jahr verändern. Für 2026 zeigt die aktuelle BDEW-Gaspreisanalyse, dass Beschaffung und Vertrieb weiterhin den größten Anteil am Gaspreis ausmachen.

Die genaue Zusammensetzung hängt unter anderem davon ab, ob es sich um ein Einfamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus handelt. Auch regionale Netzentgelte können den Gaspreis beeinflussen. Deshalb kann der tatsächliche Gaspreis je nach Wohnort, Verbrauch und Tarif unterschiedlich ausfallen.

Infografik Gaspreiszusammensetzung 2026

Die Gaspreisbestandteile im Detail

Der Gaspreis setzt sich aus verschiedenen Kosten­blöcken zusammen. Neben den Kosten für den eigentlichen Gas­einkauf spielen auch Netz­entgelte, Messstellen­betrieb, Steuern, Abgaben und der CO₂-Preis eine Rolle. Diese Bestand­teile erklären, warum sich Gas­preise je nach Region, Tarif und Markt­lage unterscheiden können.

Warum verändern sich die Gaspreise aktuell?

Gaspreise verändern sich, weil mehrere Faktoren gleichzeitig auf den Markt wirken. Neben den Einkaufspreisen für Gas spielen auch regionale Kosten, gesetzliche Vorgaben und die aktuelle Nachfrage eine Rolle.

Wichtige Einflussfaktoren sind:

  • Großhandelspreise: Wenn die Einkaufspreise am Energiemarkt steigen oder fallen, kann sich das zeitversetzt auch auf die Gaspreise für Haushalte auswirken.
  • Speicherstände: Gut gefüllte Gasspeicher können den Markt entlasten. Sind die Speicherstände niedriger, kann das die Versorgungslage anspannen und Preise beeinflussen.
  • Witterung: In kalten Perioden steigt der Gasverbrauch, weil mehr geheizt wird. Eine höhere Nachfrage kann sich auf die Preisentwicklung auswirken.
  • Internationale Marktlage: Gas wird international gehandelt. Deshalb können geopolitische Entwicklungen, Liefermengen, Importpreise oder globale Nachfrageänderungen die Gaspreise beeinflussen.
  • Netzentgelte: Für die Nutzung der Gasnetze fallen Netzentgelte an. Da diese regional unterschiedlich sind, können sich Gaspreise je nach Wohnort unterscheiden.
  • CO₂-Preis: Der CO₂-Preis ist ein staatlich festgelegter Preisbestandteil. Steigt er, kann sich das auf den Gaspreis auswirken.
  • Regulatorische Änderungen: Neue gesetzliche Vorgaben oder Anpassungen bei Steuern und Abgaben können den Gaspreis erhöhen oder senken.
  • Umlagen: Wenn einzelne Umlagen neu eingeführt, angepasst oder abgeschafft werden, verändert sich ebenfalls die Zusammensetzung des Gaspreises.

Der tatsächliche Gaspreis hängt deshalb nicht nur vom reinen Energiepreis ab. Er setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, die sich regelmäßig verändern können. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten deshalb sowohl ihren Verbrauch als auch ihren Tarif im Blick behalten.

Gaspreisentwicklung: Wie haben sich die Preise verändert?

Infografik Gaspreisentwicklung - durchschnittlicher Haushaltskundenpreis 2013 bis 2026

Die Gaspreise haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Besonders die Energiekrise ab 2022 führte zeitweise zu deutlich höheren Beschaffungskosten und damit auch zu steigenden Preisen fur Haushalte. Seitdem hat sich die Lage am Gasmarkt wieder entspannt, dennoch liegen die Gaspreise weiterhin über dem Niveau vor der Krise.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Bis 2021:
Die Gaspreise waren vergleichsweise stabil. Veränderungen ergaben sich vor allem durch Beschaffungskosten, Netzentgelte und staatliche Preisbestandteile.

2022:
Durch die Energiekrise stiegen die Gaspreise stark an. Gründe waren unter anderem unsichere Liefermengen, hohe Großhandelspreise und eine angespannte Versorgungslage.

2023:
Die Preise blieben zunächst auf erhöhtem Niveau. Gleichzeitig sorgten gefüllte Gasspeicher, Einsparungen beim Verbrauch und neue Beschaffungswege zunehmend für Entlastung am Markt.

2024:
Die Lage am Gasmarkt stabilisierte sich weiter. Die Großhandelspreise lagen deutlich unter den Höchstständen der Energiekrise, auch wenn regionale Kostenbestandteile und staatliche Preisfaktoren weiterhin Einfluss hatten.

2025:
Die Gaspreise entwickelten sich insgesamt moderater als in den Krisenjahren. Für Haushalte blieben neben den Beschaffungskosten vor allem Netzentgelte, CO2-Preis und individuelle Tarifbedingungen relevant.

2026:
Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte liegt laut BDEW bisher bei rund 11 ct/kWh. Damit steht weniger die akute Krisensituation im Vordergrund, sondern die Frage, wie sich Beschaffung, Netzentgelte, CO2-Preis und Verbrauch langfristig auf die persönlichen Gaskosten auswirken.

Für Verbraucher*innen bedeutet das: Die Gaspreisentwicklung hängt nicht nur von kurzfristigen Marktpreisen ab. Auch regionale Netzentgelte, gesetzliche Vorgaben, der CO2-Preis und der eigene Verbrauch beeinflussen, wie hoch die tatsächlichen Gaskosten ausfallen. Daher lohnt es sich, den eigenen Tarif regelmäßig zu prüfen und den persönlichen Gasverbrauch im Blick zu behalten.

Gaspreis pro m³ oder pro kWh: Was ist der Unterschied?

Der Gaszähler misst den Gasverbrauch in Kubikmetern. Auf der Gasrechnung wird der Verbrauch jedoch in Kilowattstunden abgerechnet.
Der Grund: Der Energiegehalt von Erdgas kann je nach Qualität und Zusammensetzung leicht variieren. Deshalb wird der gemessene
Verbrauch in m³ in kWh umgerechnet.

Für die Umrechnung sind vor allem zwei Werte wichtig:

  • Brennwert: Er gibt an, wie viel Energie in einem Kubikmeter Gas enthalten ist. Je höher der Brennwert, desto mehr Energie liefert das Gas.
  • Zustandszahl: Sie berücksichtigt äußere Faktoren wie Temperatur, Luftdruck und Höhenlage. Dadurch wird der gemessene Gasverbrauch auf vergleichbare Bedingungen umgerechnet.

Erst durch diese Umrechnung lässt sich der tatsächliche Energieverbrauch bestimmen. Deshalb wird der Gaspreis in der Regel in Cent pro kWh angegeben, auch wenn der Gaszähler den Verbrauch in m³ misst. Weitere Informationen finden Sie hier: Gasverbrauch von m³ in kWh umrechnen

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